TAKE A SEAT : Jan Henrik Hansen // Nr. 193-196

Neben Produktdesignern, Künstlern und Illustratoren hat Take a Seat auch Architekten eine Plattform geboten, so zum Beispiel dem in Zürich lebenden Architekten Jan Henrik Hansen. Arbeit am Bau betreibt er seit 2002 mit dem Architekturbüro Whist, das er mit Kollegen 2002 gegründet hat, ausserdem unterrichtet und forscht Hansen im Bereich digitale und robotergesteuerte Produktionsmethoden. Spannend ist vor allem auch seine Arbeit als Künstler mit Studio Jan Henrik Hansen, für die er mittels einer Software Musik in Form und Raum übersetzt. Der Künstler generiert Rhythmus und Melodie, die Maschine zeichnet daraus einen digitalen Körper, der anschliessend aus Kunstharz, Holz, Plexiglas, Bronze oder anderen Materialien hergestellt und so zum physischen Kunstobjekt wird.

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Bassline 1, Musik by Jan Henrik Hansen

jan_henrik_hansen_gra_003_nothing_but_a_g_thang_01  Nothing but a G Thang, Musik by Dr. Dre

Auch für Take a Seat hat Jan Henrik Hansen mit Musik gearbeitet, als er die Stühle Nr. 193-196 mit einem Fotofilm behandelt und dann belichtet hat. Diese Stühle können heute ab 19 Uhr noch einmal besichtigt werden, bevor sie ab 20 Uhr unter den Hammer kommen. Wir freuen uns auf eine spannende Auktion!

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Musik – Belichtung:
Die Behandlung mit einer photoreaktiven Emulsion lässt die Oberflächen der Stühle auf die Projektion eines musikalischen Reliefs reagieren, das aus einem Xylophon – Solo übersetzt wurde. 4 charakteristische Passagen dieses Solos werden dabei aus unterschiedlichen Winkeln so auf die Körper der Stühle projiziert, dass räumliche Phänomene wie Tiefenschärfe und Verschattung entstehen – sowie für einen Betrachter jeweils eine vollständig „belichtete“, als auch eine „jungfräulich verbliebene” Perspektive auf die Stühle resultiert.
Bearbeitung: Photoreaktive Emulsion
Musik : „Tiger in the Rain“ von Michael Franks

Exhibition Manegg Juni 2011

Tiger in the Rain, Musik by Michael Franks

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Intimate Connection, Musik by Kleeer

TAKE A SEAT : Demian Conrad // Nr. 181-184

Auch die Stühle Nr. 181-184 des Lausanner Designers Demian Conrad kommen an der nächsten Take a Seat in die Versteigerung. Vor allem die wachsende Szene digitaler Nomaden sollte sich über die offenen Schrauben und Muttern an diesen Stühlen freuen. Nach dem Taschenbuch und dem PC (Portable Computer) können Unterwegs-Arbeiter ihr mobiles Büro nun nämlich um einen Portable Chair von Demian Conrad erweitern. art_53_1_DemianConrad_SandraKennel

“Today we are constantly on the move, from a space to another, from the analog to the digital. To improve that state, human creativity has invented the “portable food” the sandwich, or “portable book” the pocket book, or the “portable computer” the laptop.
Now the horgenglarus chair is not stockable, is not foldable, and is not portable. Any of us know how you can get nervous when you try to transport more than 2 of them, try to keep them in balance, or when you want to stock them in your tiny cave and they just not fit in to it.
The portable chair is an attempt to improve the unimprovable, adding a small feature that can make your life just a little bit better. Just a small “screw”. And and I’m sure that people will figure out other ways to use those little features…”

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Demian Conrad Design entwickelt Produkte verschiedenster Art für Gastronomie- und Kulturbetriebe: Logos, Plakate, Verpackungen, Editorials – ja sogar eine Briefmarke findet sich im Portfolio des jungen Designstudios, das der gleichnamige Designer 2007 in Lausanne gegründet hat um seine Erfahrungen im weiten Feld der Eventkommunikation und Visual Identity nutzbar zu machen. Das Studio experimentiert fleissig mit Techniken und Materialien und kombiniert beispielsweise traditionelle und digitale Methoden zu neuen Druckverfahren. Wunderschön sind auch die Mobiles, die Demian Conrad Design für den Flohmarkt in Bellinzona entworfen hat.

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Wir empfehlen euch dringend einen Abstecher in die beeindruckend abwechslungsreiche Projektliste und verabschieden uns hier mit einem Video das spannend und wahnsinnig beruhigend zugleich ist.

TAKE A SEAT : NIKOLAS KERL // Nr. 173-176

Im heutigen Adventskalender-Türchen stellen wir euch einen raffinierten Designer vor: Fürs Z am Park hat Nikolas Kerl ein Set von 4 Horgenglarus-Stühlen mit den Nummern 173-176 überarbeitet, an dem fast alles tatsächlich Gold ist, was glänzt.

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“Der C 1-380 von Horgen Glarus: formvollendet. Um dies zu unterstreichen wurden zwei sehr markante Teile des Stuhls durch Platin, Gold, Silber und Kupfer veredelt. Einerseits um diese hervor zu heben, andererseits um einen Kontrast der verschiedenen Materialien zu provozieren.
Bearbeitung: Handgearbeitete Oberflächenveredelung aus Blattgold 22 Karat, Blattkupfer, Blattsilber und Blattplatin. Lackiert.” (Nikolas Kerl, Take a Seat 2012 – Begleittext)

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Nikolas Kerl schloss seine Ausbildung zum Industriedesigner an der Zürcher Hochschule der Künste ab und ist seit 2010 mit seinem Label «Nikolas Kerl» auf dem Schweizer Markt vertreten.

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In Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern produziert Nikolas Kerl Möbelstücke und Alltagsgegenstände, die sich durch eine selbstbewusste Formensprache und einen ebenso neugierigen wie sorgfältigen Umgang mit Materialien auszeichnen. Dabei legt er Wert darauf, die Eigenheiten des Werkstoffs zu erhalten und durch die Formgebung gezielt zur Geltung zu bringen. Die Schale Flat O und die Vase Straight A neigen sich zum Beispiel je nach Füllung und Menge in einem anderen Winkel und finden erst zur Ruhe über ihrer inneren Mitte, dem so entstandenen Schwerpunkt.

Der Einsatz von traditionellem Handwerk, ergänzt durch halbindustrielle Verfahren in Manufakturqualität, wird diesem Anspruch gerecht. Nikolas Kerl begleitet seine Entwürfe während des gesamten Produktionsprozesses, vom Bau der ersten Prototypen bis hin zum letzten Qualitätscheck des fertigen Produkts.

nikokerl_charles (Quelle : Schöner Wohnen / via Nikolaskerl.com)

Die erste Kollektion von Nikolas Kerl umfasst einen Ess- und Arbeitstisch aus Kastanie und Thermobuche, einen Salontisch aus Schiefer und Stahl, zwei mundgeblasene Glasgefässe und eine Leuchte aus Ton. Es sind Alltagsgegenstände, die über ihre reine Nutzfunktion hinauswachsen und auf diese Weise ein objekthaftes Eigenleben entwickeln. Selbstbewusst nehmen sie ihren Raum ein und werden zum Gegenüber des Benutzers, treten ihm entgegen mit der Geschichte ihrer Oberfläche, einem leichten Schaukeln als Antwort auf eine Berührung oder dem Geruch von Bienenwachs …

Auf den folgenden Bildern seht ihr die Ton-Lampe Tortoise von Nikolas Kerl, die er in einer traditionellen japanischen Keramiktechnik genannt Raku von Hand brennt, was ihr einen metallischen Glanz und die charakteristisch spröd-warme Oberfläche verleiht.

Mehr Infos zu Nikolas Kerl auf seiner Webseite. Die nächste Stuhl-Auktion findet am Donnerstag 23. Januar 2014 im Z am Park statt.

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TAKE A SEAT : DYLAN GREGORY // Nr. 73-76

Der in Zürich lebende Designer und Schreiner Dylan Gregory ist der freundlichste Riese, dem wir je begegnet sind! Wahrscheinlich ist die Luft weiter oben wirklich merklich besser, denn dieser gefühlte Drei-Meter-Mensch trägt ein Grinsen durch die Welt, das vom einen Ohr zum anderen reicht! Im Netz finden sich keine Infos über den bescheidenen Dylan Gregory. Wer so präzise Schreinerarbeiten durchführt wie er, lebt offenbar von einem guten Netzwerk und Mund-zu-Mund-Propaganda. Wer sich davon überzeugen möchte, kann beim nächsten Besuch im Z am Park einen genaueren Blick auf die Sitzbänke und die Bar aus gebrauchtem Eichenparkett werfen, die Dylan vor 5 Jahren für unser Kafi geschreinert hat. Ein Detail, das uns besonders gut gefällt, sind die Schubladen, welche das Fischgräten-Muster des Parketts nahtlos übernehmen.

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Fürs Z hat Dylan Gregory aber auch die Stühle mit den Nummern 73-76 gezimmert: The Daltons aus Buchenholz, Fichte und je einer Eisenkette mit Kugel. Kaum zu glauben, dass sogar der kleinste Stuhl noch genügend Sitzfläche für einen langen Abend bietet – sogar für Dylan!

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Damit wir trotzdem einen Einblick in seine Arbeit bekommen, hat uns Dylan Fotos seiner Arbeiten geschickt, die wir euch heute zeigen möchten: eine Einrichtung mit einem Schreibtisch, der mit wenigen Handgriffen zum Spieltisch umgewandelt werden kann und die Bar vom Café du Bonheur gleich bei uns um die Ecke.1105_GREGORYCLAN_147 1105_GREGORYCLAN_169 1105_GREGORYCLAN_173 1105_GREGORYCLAN_188 1105_GREGORYCLAN_195 1105_GREGORYCLAN_199 1105_GREGORYCLAN_215 1105_GREGORYCLAN_220 1105_GREGORYCLAN_243

TAKE A SEAT : FRÉDERIC DEDELLEY // Nr. 78-80

Hier stellen wir dir den Schweizer Designer und Fotograf Frédéric Dedelley vor, der unter dem Namen Design Detective ein spannendes Werk herausgebracht hat. 2010 hat der Designer Frédéric Dedelley die Nummern 77-80 unserer Take a Seat vier Horgenglarus-Stühle gestaltet. w690h690_art_29_1

«Konstruktiv für die industrielle Massenproduktion optimiert und ästhetisch auf die reine Form reduziert, sind die Stühle von HorgenGlarus Paradebeispiele der Schweizer Moderne. Was haben aber diese Stühle für eine Abstammung? Gäbe es sie ohne die Tradition der Bauernmöbel?
Diese Stühle kann man durchaus als industrielle Umsetzung der Stabellen-Typologie verstehen; Monomaterialität, Effizienz der Konstruktion, in Varianten deklinierter Archetyp. Was die beiden Typen klar unterscheidet ist – ganz im Geiste der Moderne- das Weglassen jeglicher Ornamentik bei HorgenGlarus. Da setzt mein Eingriff an; von Stabellen inspirierte Verzierungen machen die Verwandtschaft der industriellen Produktion mit der handwerklichen Tradition sichtbar. Auch die Moderne hat manchmal Heimweh…»

Der kontemporäre Schweizer Designer richtet mit seinem Team gerade einen Think Tank für zwei Alzheimer Gentlemen-Forscher ein. Das Projekt ist von Bibliotheken-Lesesäle und von englischen Herren-Clubs inspiriert. Weiter hat er kürzlich den Wettbewerb zur Neueinrichtung der Rom.-kath. Kirche Pfungen gewonnen, welche Mitte 2014 ausgeführt werden wird.

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Wir wünschen dir einen schönen 2. Advent!

TAKE A SEAT : Christian Horisberger // Nr. 93-96

Heute am 7. Tag unseres Adventkalenders stellen wir euch den Industrial Designer Christian Horisberger vor. Christian lebt und arbeitet in Zürich. Nach einer Ausbildung zum Schmied studierte er in Aarau Industrial Design, gewann 2007 den Swiss Design Award, arbeitete von 2007 bis 2010 im Studio von Alfredo Häberli und führt nun sein eigenes Studio CM Horisberger.

Die Stuhl-Serie (2011) für Take A Seat von Christian Horisberger benannte er mit dem Titel: Umordnung.  w690h690_art_33_1

«Der formale Charakter eines Stuhles setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Ich zerlege den Stuhl in seine Einzelteile, ordne diese um, kombiniere sie mit ungewohnten Elementen und zeige dessen Charakterzüge aus eigenwilliger Perspektive und in neuem Gleichgewicht.»

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Dieses Jahr hat der Designer unter anderem die Szenografie für die Mode und Textilkunst Ausstellung IM REICH DER FALTEN im Museum Bellerive Zürich gestaltet:13_cmh_mfgz_4228.730x0

Hier gelangst du zu seinen weiteren Werken.

TAKE A SEAT : ROBERT WETTSTEIN // Nr. 145-148

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Robert Wettstein - 

“Designing furniture is sculpting and a play with influences of daily life.”

Für Take a Seat hat der self-taught Designer, wie sich Wettstein selbst nennt, die Reihe Café/Bar Classics gestaltet: Er hat die Stühle mit ZaP Espresso, Campari Soda, Bio Rotwein und RedBull Silikon auf den Punkt gebracht. Grossartig, finden wir!

 

Ein aktuelles Projekt von ihm, in Form einer Kollaboration mit dem Interaktions-Designer Luke Franske, ist eine digital Uhr auf einem dünnen Papier aufgemalt. Das Projekt ist derzeit bei den “neuen Räumen 13″ ausgestellt.

Time on Paper von Robert Wettstein.

“Time on Paper” ist eine Wanduhr die mit leuchtender Tinte die Zeit anzeigt. Vier Rahmen enthalten je eine Ziffer, die mit einer phosphorisierten Tinte aufgemalt wurde. Die digitalen Zahlen pulsieren kontinuierlich und zeigen computergesteuert die Zeit an. Es ist die Faszination von high- und lowtech, die diese Uhr ausmacht. Die Uhrzeit wirkt zerbrechlich und fragil und ist zudem nur bei aufmerksamer Beobachtung überhaupt sichtbar. Auf der Basis der  “Electroluminescent (EL) on paper”-Technologie wurden bei diesem Uhrwerk die Zahlen nicht gedruckt sondern auf das Skizzenpapier kaligrafisch aufgebracht.